Paella von Janine Heck

Wir kennen sie alle von unseren Spanienurlauben. Ein leckeres, gelbes Reisgericht mit Meeresfrüchten oder Fleisch. Ich berichte euch heute von meinem Mallorcaaufenthalt, meiner tollen Begegnung mit Willi von „Paella Lover“ und natürlich viel über das spanische Nationalgericht – die Paella.

Paella marisco: Reis mit Meeresfrüchten (Bild Paella Lover)

Woher kommt die Paella und was hat das mit einer Liebesgeschichte zu tun?

Die Geschichte erzählt uns, dass es drei verschiedene und mögliche Ursprünge des Wortes Paella gibt:

1-Ursprungsentwicklung eines lateinischen Wortes

Das beliebte Gericht, das man im Spanischen als Paella kennt, hat seinen Namen von der alten französischen Paele, die wiederum von der lateinischen Patella (großer Metallplatte) stammt. Das heißt, das valencianische Wort Paella wurde dem Namen der Pfanne entnommen, in der es zubereitet wurde, und kam daher um 1900 in Spanien als neuer Name für valencianischen Reis an.

2-Ursprung in der Entwicklung eines arabischen Wortes

Es ist wichtig zu wissen, dass die Araber während mehr als 800 Jahren Teil der valencianischen Gemeinschaft waren. Am längsten in ganz Spanien. Es ist bekannt, dass es zur arabischen Kultur gehört, zusammen reichlich zu essen, wobei Reste nicht weggeworfen werden. Diese Überreste wurden miteinander und mit Reis namens “Pilau” gemischt, der aufgrund der Verwendung von Safran eine gelbe Farbe hat. Diese Mischung von Zutaten bildete ein neues Gericht, welches „Baquiyah“ (Überreste) genannt und „Baella“ ausgesprochen wird.

3- Der romantische Ursprung

In Valencia gab es einen Mann, der sich in eine Frau verliebt hatte. Er versuchte sie auf viele Arten zu erobern, aber er konnte sie nie beeindrucken. Er fand schließlich heraus, dass sie Essen liebte. Der Mann versuchte erfolglos für sie viele Gerichte zu kochen. Doch nur mit seiner Paella konnte er ihr Herz erobern. Der Nachbar fragten ihn, für wen dieses Reisgericht sei und er sagte „für sie“ (para ella auf Spanisch = pa ella verkürzt).

Die Paella und ihre vielen Facetten

Das Original-Rezept für Paella kommt aus Valencia Paella Valenciana und wird mit Gemüse, Hühnchen und Kaninchen zubereitet. 

Die 10 Zutaten für eine traditionelle Paella:

  1. Kaninchen 
  2. Hähnchen 
  3. Flache, grüne Bohnen
  4. Butterbohnen
  5. Tomate
  6. Reis
  7. Brühe
  8. Olivenöl
  9. Safran 
  10. Salz
Paella Valenciana (Bild: Paella Lover)

Nur mit diesen Zutaten ist es eine originale Paella.

Alles andere sind Abwandlungen des Originalrezepts und sollten eigentlich Reisgerichte genannt werden. Zum Beispiel die Meeresfrüchte-Paella = Reis mit Meeresfrüchten.

Auf den Speisekarten in Spanien finden Sie jedoch immer wieder die ähnlichen Bezeichnungen. 

Paella marisco: Reis mit Meeresfrüchten

Paella Mixta: Reis mit Fleisch und Meeresfrüchte

Paella de verdura: Reis mit Gemüse

Paella negro: Reis mit schwarzer Tinte und Calamari 

Paella marisco: Reis mit Meeresfrüchten

Der richtige Reis für eine Paella

Der Reis sollte eine mittlere Länge haben und rund sein, wie Perlen.

Bitte nehmen Sie keinen Risotto Reis, dieser gibt zu viel Stärke ab und würde in einer Paella matschig werden. Ziel ist es, dass der Reis saugstark und formstabil ist.

Es eignet sich sehr gut die Sorte „Arroz Bomba“. Das ist ein Rundkornreis der in Valencia angebaut wird. 

Die spanische Reissorte „Bahia Senia“ zählt ebenfalls zu den Premium-Sorten und wird gerne als wesentlich günstigere, jedoch sehr hochwertige Alternative zum spanischen Bomba Reis verwendet.

Eine weitere beliebte Sorte für die Paella ist „Albufera-Reis“. Dies ist eine Kreuzung zwischen den Sorten Bomba und Senia.

Sie mögen kein Reis? Kein Problem!

Es gibt auch eine valencianische Alternative mit Nudeln. Sie heißt Fideuá (fideu = Fadennudeln). Hier wird ganz einfach der Reis durch die Nudeln ersetzt und die Kochzeit reduziert. 

Woran erkennen Sie eine gute Paella?

Sie sind in Spanien und möchten gerne eine gute Paella essen, aber wissen nicht, worauf Sie achten sollen?

Hier die Tipps die ich von Willi, „Paella Lover“, erhalten habe:

Eine gute Paella dauert in der Regel min. 30 Minuten in der Zubereitung. Wird die Paella schon nach wenigen Minuten serviert, dann wissen Sie, diese wurde nur aufgewärmt.

Eine Paella wird mit Safran zubereitet und wir wissen alle, dass es eines der teuersten Gewürze weltweit ist. Somit sollten Sie auf den Preis der Paella achten. Unter 15,00 Euro kann die Paella nicht mit Safran zubereitet sein oder der Gastronom hat falsch kalkuliert! 

Wenn Sie die Paella am Tisch serviert bekommen, achten sie darauf, dass am Rand der Boden der Paella sichtbar ist, dann wurde auch die richtige Größe der Pfanne verwendet. Der Reis sollte eine dünne Schicht bilden und leicht krustig am Rand sein.

Paella ist in Spanien als Gericht zum Mittagessen gedacht, gerne auch noch um 15:00 Uhr. Nur am Abend wollen die Spanier ihr Nationalgericht nicht mehr essen, es würde ihnen zu schwer im Magen liegen. 

 Guillermo Bermell auch Willi genannt

Paella Lover: Was steckt dahinter und was wird angeboten?

Nun möchte ich natürlich auch noch von dem lieben Willi (Guillermo Bermell) erzählen. 

Gebürtig kommt er aus Valencia und lebt auf Mallorca. Er hat einige Jahre in Deutschland gelebt und spricht sehr gutes Deutsch mit einem sympathischen, spanischen Akzent. „Paella Lover“ ist nichts anderes, als seine Erfahrungen mit Paella als Valencianer, aber 

auch die Gesamtheit dessen, was Willi über viele Jahre darüber gelernt hat. „Paella Lover“ ist 

nicht nur seine Firma, es ist er persönlich. Willi teilt sein Wissen mit jedem, der an dieser kulinarischen Erfahrung teilnehmen möchte.

Viele Menschen, insbesondere ausländische Touristen, haben sich daran gewöhnt, dass Paella ein Teller mit gelbem Reis mit „Dingen“ ist. Fast immer aus gefrorenen, minderwertigen Materialien hergestellt, ohne eine Prise Seele und viel künstlichem Geschmack. Aber Paella ist eigentlich ein traditionelles Rezept, das seit mehr als 100 Jahren in den verschiedenen Regionen Valencias auf vielfältige Weise gekocht wird. Und alle haben etwas gemeinsam: natürliche Zutaten, viel Liebe und Respekt für ein jahrhundertealtes Erbe. Und davon gibt es sehr viel bei „Paella Lover“!

Auf seine Kochschule bin ich durch Zufall gestoßen und habe mich direkt angemeldet. Willi lässt seine Gäste entscheiden, welche Paella zubereitet wird. Ich entschied mich für (die untypische Variante – was ich nun weiß) mit Fisch und Meeresfrüchten. 

Willi ist ein toller Gastgeber. Er hat mir alles sehr genau erklärt und ich durfte alles allein zubereiten. Wir begannen mit Trampo, einem mallorquinischen Salat. Tomate, grüne Spitzpaprika und Frühlingszwiebel fein gewürfelt und mit Olivenöl, frischem Zitronensaft und etwas Salz mariniert. Eine leckere und frische Vorspeise zum Einstieg mit Aioli sowie Brot.

(Sie können den Kochkurs auch mit gedämpften Muscheln beginnen.)

Vorspeise: Tramposalat, Aioli und Baguette

Nach der Vorspeise und einem Glas Weißwein ging es los mit der Paella. Willi erklärte mir alle Zutaten genau und ich durfte unter seiner Anweisung eine leckere und frisch Paella zubereiten. 

Seeteufel, Garnelen, kleine Tintenfische und Calamari wurden angebraten, dazu der Reis gemischt und mit Fischfond abgelöscht. Die genaue Zubereitung lernen Sie dann bei Willi im Kochkurs oder wenn er für Sie kocht. Gerade muss ich wieder an den herrlichen Duft denken!

Zum Abschluss, wenn der Reis fertig gegart und noch leicht körnig ist, wird der Paella noch einmal ordentlich eingeheizt, damit die karamellisierte Kruste entsteht. Darum haben sich schon die einen oder anderen Valencianer gestritten!

Mit einem weiterem Glas Wein durfte ich die bisher beste Paella meines Lebens essen und war sehr glücklich.

Sollte ich Sie nun neugierig gemacht haben und Sie möchten Willi gerne kennen lernen finden Sie ihn auf Facebook und Instagram oder erreichen ihn telefonisch+34 664 45 95 46.

Sie können nicht nur einen Kochkurs buchen, sondern können Willi auch zu sich auf Mallorca einladen. Er kocht für Sie und Ihre Gäste!

Bei Allergien und Unverträglichkeiten passt Willi sein Menü übrigens gerne an. 

Ich war so begeistert, dass ich gleich den nächsten Kurs gebucht habe, um eine Paella mit Entenbrust und Artischocke zu kochen.

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